Seit heute informiert am Kurfürstendamm 140-143 eine Stele der Wall AG über den „Generalplan Ost“ und erinnert an die Opfer des nationalsozialistischen Siedlungsprogramms. Das Unternehmen sponsert dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf die Stele und übernimmt die Betriebskosten. An der Einweihung nahmen S.E. Dr. Marek Prawda, Botschafter der Republik Polen, Klaus-Dieter Gröhler, Baustadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, Dr. Marianne Suhr, Vorsteherin der Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf, Prof. Dr. Andreas Nachama, Geschäftsführender Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, und Hans Wall, Aufsichtsratsvorsitzender der Wall AG, teil.
Die zwei Meter hohe hinterleuchtete Informationsstele verweist in Text und Bild auf das „Reichskommissariat für die Festigung des deutschen Volkstums“, das sich ab 1939 am Kurfürstendamm befand. Es gehörte zu den insgesamt zwölf SS-Haupt-ämtern und entwickelte unter der Leitung von Heinrich Himmler den „Generalplan Ost“. Der Plan sah vor, fünf Millionen Deutsche im annektierten Polen und im Westen der Sowjetunion anzusiedeln. Die slawische und jüdische Bevölkerung dieser Gebiete sollte systematisch vertrieben oder vernichtet werden. Bis zu 50 Millionen Menschen waren durch den „Generalplan Ost“ von Deportation und Mord bedroht. Im polnischen Distrikt Lublin wurde das Siedlungsprogramm des Dritten Reiches am weitesten realisiert. Ab November 1942 wurden bei der so genannten Eindeutschung über 100.000 Menschen, darunter 10.000 Kinder, aus ihren Heimatdörfern vertrieben und viele von ihnen in Konzentrationslagern ermordet.
„Wir brauchen die aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte. In Berlin gibt es zahlreiche Straßen und Plätze, die Tatorte des nationalsozialistischen Terrors waren. Diese Orte müssen sichtbar gemacht werden, damit wir mahnend die schrecklichen Ereignisse und vor allem die Opfer stets in Erinnerung behalten“, so Hans Wall, Aufsichtsratsvorsitzender der Wall AG.
Die Wall AG realisierte in den letzten Jahren sechs Mahn- und Gedenkorte in Berlin. Neben dem Denkmal zur Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz, dessen Unterhaltskosten das Unternehmen seit 1996 trägt, verwandelte Wall Buswartehallen und Stadtinformationsanlagen in Orte des Erinnerns. Plakate in diesen Stadtmöbeln informieren über das Judenreferat Adolf Eichmanns in der Kurfürstenstraße, die Synagoge in der Franzensbader Straße und über das ehemalige SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt Unter den Eichen. Informationstafeln in zwei Buswarthallen am Potsdamer Platz weisen auf den amerikanischen Journalisten Varian Fry hin, der über 1.500 Hilfesuchenden auf der Flucht vor den Nationalsozialisten half. In der Tiergartenstraße an der Philharmonie wurde im letzten Jahr ein Mahnort an die Opfer der Euthanasie-Aktion T4 errichtet.
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